Ein Jobangebot in Austin, ein Studienplatz in Kalifornien oder die Green Card nach der Hochzeit mit einem Amerikaner: Wer in die USA auswandert, muss zahlreiche Dokumente vorlegen. Die Geburtsurkunde gehört fast immer dazu. Sie belegt Identität, Geburtsdatum und Abstammung. Da die amerikanischen Behörden nur Unterlagen auf Englisch akzeptieren, ist eine fachgerechte Übersetzung unverzichtbar.
Hier erfahren Sie, worauf es ankommt, damit Ihre Unterlagen ohne Rückfragen akzeptiert werden.
Welche Urkunde wird benötigt
In Deutschland stellt das Standesamt des Geburtsortes die Geburtsurkunde aus. Für Einwanderungsverfahren ist meist eine aktuelle Urkunde mit Angabe der Eltern erforderlich. Manche Verfahren verlangen zusätzlich einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister, der auch spätere Änderungen enthält.
Prüfen Sie vorab in den Anforderungen Ihres Visums oder Antrags, welche Form verlangt wird. Wer die falsche Urkunde übersetzen lässt, zahlt doppelt.
Was die US-Behörden verlangen
Die amerikanischen Einwanderungsbehörden verlangen eine vollständige Übersetzung ins Englische mit einer Erklärung des Übersetzers. Darin bestätigt er, dass er beide Sprachen beherrscht und die Übersetzung vollständig und korrekt ist. Diese "certified translation" unterscheidet sich formal von der deutschen beglaubigten Übersetzung, erfüllt aber denselben Zweck.
Wer seine Geburtsurkunde übersetzen lässt, sollte darauf achten, dass der Dienstleister beide Formate kennt. Häufig ist es sinnvoll, eine Übersetzung anfertigen zu lassen, die sowohl die US-Anforderungen erfüllt als auch von einem in Deutschland ermächtigten Übersetzer stammt. So bleibt das Dokument flexibel einsetzbar.
Was in der Übersetzung stehen muss
- alle gedruckten und handschriftlichen Angaben,
- Randvermerke, etwa zu Namensänderungen oder Vaterschaftsanerkennung,
- Stempel und Siegel des Standesamts, beschrieben in Klammern,
- Unterschriften mit Funktionsangabe,
- Datumsangaben mit ausgeschriebenem Monat, um Verwechslungen zu vermeiden.
Das Datumsformat ist eine klassische Falle: 03.04.1992 bedeutet in Deutschland den 3. April, in den USA würde 03/04/1992 als 4. März gelesen. Ein erfahrener Übersetzer schreibt den Monat deshalb aus.
Namen und Umlaute
Deutsche Namen mit Umlauten oder ß werden in amerikanischen Systemen oft unterschiedlich geschrieben. Aus "Müller" wird "Mueller" oder "Muller". Maßgeblich ist die Schreibweise im Reisepass. Der Übersetzer sollte sich daran orientieren und bei Abweichungen einen Vermerk anbringen.
Apostille
Deutschland und die USA sind Vertragsstaaten des Haager Apostilleübereinkommens. Für manche Verfahren muss die deutsche Originalurkunde mit einer Apostille versehen werden. Zuständig ist je nach Bundesland eine bestimmte Behörde, etwa das Landgericht oder das Regierungspräsidium. Die Apostille wird anschließend mit übersetzt.
Planen Sie die Reihenfolge: erst Apostille, dann Übersetzung. So wird alles in einem Schritt erledigt.
Weitere Dokumente für den Neustart
Selten bleibt es bei einer Urkunde. Wer verheiratet ist, braucht auch die Heiratsurkunde. Lassen Sie die Heiratsurkunde übersetzen, idealerweise vom selben Übersetzer, damit Namen und Orte in beiden Dokumenten identisch geschrieben sind.
Für die ersten Monate in den USA ist oft auch der deutsche Führerschein wichtig. Je nach Bundesstaat kann eine Übersetzung helfen, etwa bei Mietwagenfirmen, Versicherungen oder der Polizei. Es lohnt sich, den Führerschein übersetzen zu lassen, bevor man abreist.
Offizielle Informationen
Aktuelle Hinweise zu Visa und Einwanderung finden sich auf den Seiten der US-Botschaft und Konsulate in Deutschland. Dort ist auch beschrieben, welche Unterlagen für das Interview im Konsulat mitzubringen sind.
Häufige Fehler
- Die Übersetzung wird selbst oder von Verwandten angefertigt.
- Randvermerke oder Stempel fehlen.
- Der Name ist anders geschrieben als im Pass.
- Eine veraltete Urkunde wird verwendet.
- Die Scans sind unscharf oder unvollständig.
Zeitplan und Kosten
Die Übersetzung einer Geburtsurkunde dauert in der Regel nur wenige Werktage. Für eilige Fälle gibt es Expressoptionen. Die Kosten richten sich meist nach Seitenzahl und Beglaubigungsform. Im Vergleich zu den Gebühren eines Visumantrags sind sie gering.
Bewahren Sie Original, Übersetzung und Scans sorgfältig auf. Dieselben Dokumente werden oft später erneut benötigt, etwa für die Verlängerung des Visums oder die Einbürgerung.
Besondere Fälle
Nicht jede Geburtsurkunde ist ein Standardfall. Wer in der DDR geboren wurde, hat möglicherweise eine Urkunde mit anderem Layout und anderen Behördenbezeichnungen. Der Übersetzer sollte solche historischen Bezeichnungen korrekt wiedergeben und bei Bedarf kurz erläutern, damit ein amerikanischer Sachbearbeiter sie einordnen kann.
Auch Adoptionen, Vaterschaftsanerkennungen oder spätere Namensänderungen nach einer Scheidung tauchen als Vermerke auf. Sie sind für das Einwanderungsverfahren oft besonders wichtig, weil sie erklären, warum Namen in verschiedenen Dokumenten voneinander abweichen. Fehlt ein solcher Vermerk in der Übersetzung, entstehen Rückfragen, die das Verfahren um Wochen verzögern können.
Wer im Ausland geboren wurde und eine deutsche Nachbeurkundung besitzt, sollte klären, ob die Behörden die ausländische Originalurkunde oder die deutsche Fassung sehen möchten. Manchmal werden beide verlangt.
Digital einreichen
Viele US-Anträge werden heute online gestellt. Die Übersetzung wird dann zusammen mit dem Scan des Originals als PDF hochgeladen. Achten Sie auf eine gut lesbare Farbscan-Qualität und darauf, dass Original und Übersetzung in der richtigen Reihenfolge in einer Datei oder in klar benannten Einzeldateien vorliegen. Für das Interview im Konsulat sollten Sie zusätzlich ausgedruckte und unterschriebene Exemplare mitbringen.
Fazit
Eine korrekt übersetzte Geburtsurkunde ist ein kleiner, aber entscheidender Baustein für die Auswanderung in die USA. Mit der richtigen Urkunde, einem professionellen Übersetzer und einer sorgfältigen Prüfung von Namen und Daten steht dem Neustart jenseits des Atlantiks nichts im Weg.
